Stopp dem strategielosen Umbau der Agroscope

Bild: Ludwig Sebastian Micheler, 2016

Agroscope heisst die Forschungsanstalt des Bundesamtes für Landwirtschaft. Auf der Website von Agroscope ist der Aufgabenkatalog von Agroscope zusammengefasst:

„die Forschung und Entwicklung im Agrar-, Ernährungs- und Umweltbereich, Bereitstellen von Entscheidungsgrundlagen für die Gesetzgebung der Behörden, Vollzugsaufgaben im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben im Dienste der Landwirtschaft und der Allgemeinheit sowie Wissensaustausch und Technologietransfer mit der Praxis, der Beratung, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Lehre und der Öffentlichkeit.“

Die geographischen Gegebenheiten unterscheiden sich auch in der kleinen Schweiz lokal sehr stark. Aus diesem Grund betreibt Agroscope sieben Forschungsstandorte im ganzen Land. Das macht Sinn, denn Landwirtschaft und Ernährung sind kein „nice to have“, sondern ein Thema, das uns alle angeht.

In seiner Mitteilung vom 9. März hat der Bundesrat bekanntgegeben, dass er als Sparmassnahme sechs dieser sieben Standorte aufgeben und die landwirtschaftliche Forschung in Posieux FR konzentrieren will. Das wird als Strategie der Neuorientierung verkauft, ist in Wahrheit aber in erster Linie ein Abbau. Zudem wird damit das geltende Landwirtschaftsgesetz (Art. 114, Abs. 2) verletzt. Es ist wahrscheinlich, dass die Aufgabe der verschiedenen Standorte zudem zu einem Verlust von Forscherinnen und Forschern und damit von Qualität führt. Darauf habe ich den Bundesrat in einer Interpellation aufmerksam gemacht.

Mit meiner parlamentarischen Initiative will ich den strategielosen Umbau der Agroscope schliesslich stoppen. Durch Änderung von (Art. 114, Abs. 1) soll der Bund nun verpflichtet werden, die landwirtschaftliche Forschung zu organisieren, womit auch die bereits im Gesetz verankerte Standortgerechtigkeit der Forschung auf festem Boden stehen wird. Zudem hat die standort- und ressourcengerechte Lebensmittelproduktion neu Verfassungsrang – da ist es nur logisch, dass auch die landwirtschaftliche Forschung ihren Beitrag dazu leisten muss.