Kampagnenjournalismus für Atomkraft

baz_kern_grDer Thesen- und Kampagnenjournalismus der BaZ schlägt wieder voll zu. Mit Unterlassungen und Verdrehungen wird ein Loblied auf die Atomkraft angestimmt (BaZ vom 19.11.2014). Die Energiestrategiestrategie 2050, so die Herren Tschan und Feusi, sei eine Bankrotterklärung des Stromlandes Schweiz, weil sie sich von der Kernenergie verabschiede. Weil mein Leserbrief wohl nicht abgedruckt wird, erscheint er hier:

Von rund 500 Atomkraftwerken sind inzwischen 150 vom Netz gegangen. Fünf davon mit einer Kernschmelze. Gebaut werden sie nur noch in Ländern, wo der Staat Atomstrom höher subventioniert als Wind- oder Sonnenstrom. Atomkraft ist schlicht nicht mehr konkurrenzfähig. Alle Schweizer Elektrizitätswerke, welche ihre Beteiligungen an AKWs verkaufen wollen, stehen vor einer unlösbaren Aufgabe, weil sie niemand kaufen will. Mangels Rentabilität. Bis heute gibt es auf der ganzen Welt kein einziges Endlager für hochradioaktive Abfälle. Die Schweizer Strombarone hatten in den 70er Jahren versprochen, die AKWs abzuschalten, wenn es bis ins Jahr 1985 keine Entsorgungslösung gäbe. Sie hatten uns auch versichert, dass es zu AKWs keine Alternative gäbe und dass Atomstrom billig und sicher sei. Heute wissen wir, dass nichts davon wahr ist. Die Energiestrategie 2050 ist nicht eine Bankrotterklärung des Stromlandes Schweiz, sondern die logische Antwort auf den wirtschaftlichen und moralischen Bankrott der Atombarone.