Beznau I: UVEK zeigt keine Einsicht

Nach der überstürzten Wiederinbetriebnahme des Uralt-Atomreaktors Beznau I wollte ich vom Bundesrat wissen, warum bei der Bestimmung der Bruchsicherheit des Reaktorkerns nicht die konservativste (und damit vorsichtigste) mögliche Methode angewandt wird.

Die Antwort der zuständigen Bundesrätin Doris Leuthard war unbefriedigend: Sie verwies darauf, dass die seit Januar angewandte „Methode II-B“ moderner und praxisnäher sei als die bisherige „Methode I“. Allerdings darf man sich nicht täuschen lassen – die neuen Grenzwerte sind weniger streng als die alten. Da der Reaktormantel mit zunehmender Betriebsdauer spröder wird, sollten die Anforderungen, wenn man sie denn schon ändert, strenger werden. Dieser Methodenwechsel hat massgeblich dazu beigetragen, dass Beznau I wieder als betriebssicher eingestuft wurde – neben der skandalösen Neudefinition der Strahlengrenzwerte.