BaZ im Sinkflug – Offener Brief an den Besitzer der Basler Zeitung

BaZDie Zeitung ohne Leser?

Lieber Herr Suter,

Wenn Historiker in fünfzig Jahren die Geschichte des Niedergangs der BaZ schreiben und ihren Lesern, denen das Kürzel BaZ nichts mehr sagt, erklären müssen, warum eine so grosse Zeitung spurlos verschwunden ist, dann werden sie um den Namen Markus Somm nicht herumkommen: diesem rechten Ideologen aus dem Limmattal, der die Zeitung ein paar Jahre lang ins Elend führte und, solange er konnte, alles dafür tat, dass auch der letzte Leser links von der SVP der BaZ den Rücken kehrte.

Einen Meilenstein in der Selbstdemontage hat die Zeitung am Donnerstag 29. September gesetzt. Der Anblick war erschütternd. Es war ein Begräbnis. Was verspricht sich Somm? Ist es Selbsthass, ist es Wahn? Wohin er seine Zeitung auch treibt, so kann er nie gewinnen: Treue Leser verjagt er, neue findet er keine. Wie auch?

Irgendwie berührt es peinlich. Dass ausgerechnet eine Zeitung wie die BaZ sich einem solchen Chefredaktor ausgeliefert hat: Eine solide, etwas behäbige Dame verfiel einem politischen Hassprediger.

Wenn Sie sich, lieber Herr Suter, über den Stil des obigen Textes aufregen, dann ja, haben Sie recht. Der Stil ist erwachsener Menschen, die eine öffentliche Aufgabe wahrnehmen, unwürdig. Er stammt aus der Feder Ihres Chefredaktors und wurde am 29. September in der BaZ veröffentlicht. Ich habe lediglich ein paar Wörter ersetzt (CVP durch BaZ, Partei durch Zeitung, Darbellay durch Somm etc.).
Sie haben die Basler Zeitung übernommen, um sie zu retten. Dafür achten wir Sie. Seither schauen Sie zu, wie ihr Chefredaktor mit seinen Kommentaren grosse Teile der Bevölkerung beleidigt oder vor den Kopf stösst. Mir ist kein Unternehmer bekannt, der unablässig seine Kundschaft verärgert. Diese BaZ hat keine Zukunft. Das wissen Sie selbst. Deshalb sind Sie der Basler Bevölkerung eine Erklärung schuldig.

Mit freundlichen Grüssen
Beat Jans, Nationalrat