Der Atomausstieg ist machbar

Photovoltaik_DeutschlandDie Atomkraft ist am Ende. Nach den Ereignissen in Fukushima muss jedem klar sein: Jetzt gilt es den Atomausstieg entschlossen anzupacken. Bundesrat Maurer hingegen spricht von Hysterie, Bundesrätin Leuthard von Leichtsinn. Geschickt wird die Angst vor den AKWs gegen die Angst vor der Stromlücke ausgespielt. Die SP schlägt stattdessen konkrete politische Schritte vor, die den Umstieg in ein erneuerbares Zeitalter ermöglichen. Und davor muss sich niemand fürchten. Denn der Umstieg ist eine Chance. Mit einer konsequenten Politik Richtung Energieeffizienz und erneuerbaren Energien wird die Schweiz gewinnen, Innovation und Arbeitsplätze schaffen. Die Raodmap der SP zeigt auf, wie wir die Chance packen.

Investitionen gegen die Stromverschwendung
Gemäss der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz könnte die Schweiz vier der fünf AKWs einsparen, wenn sie weniger Strom in veralteten Anlagen verschwenden würde. In industriellen, gewerblichen und öffentlichen Anwendungen und bei Haustechnik ist diese Verschwendung etwa fünf mal grösser als bei den Haushalten. Bevor man also den Konsumentinnen ein schlechtes Gewissen macht, sollen gezielte Investitionen dort getätigt werden, wo am meisten zu holen ist. Veraltete Industriemotoren müssen ersetzt, öffentliche Beleuchtungen umgestellt, Elektroheizungen und –boiler ausgetauscht werden. Die SP ist überzeugt, dass es gelingen wird zwei Drittel dieses Potentials auszuschöpfen und so rund die Hälfte des Atomstroms zu ersetzen. Aber wie können wir die nötigen Investitionen auslösen? – Mit Auflagen an die Stromversorger. Diese sollen in den nächsten zehn Jahren 10 Prozent ihrer Strombeschaffung mit gezielten Investitionen einsparen . Wenn sie diese Vorgabe übertreffen erhalten sie einen Bonus, wenn nicht einen Malus. Weitere Spar-Investitionen sollen über einen Effizienzfonds ausgelöst werden. Dieser ist mit einer Abgabe auf Atomstrom zu speisen. Die stromfressenden Elektroheizungen und -boiler sind bis 2025 mit entsprechenden Obligatorien durch Wärmepumpen oder Sonnenkollektoren zu ersetzen.

Strom und Wärme statt nur Wärme
Der Ausstieg aus der Atomkraft ist ohne neue Gaskraftwerke möglich. Viel schlauer ist es, die bestehenden Öl- und Gasheizungen wirksamer zu nutzen. Man muss mit den grossen Heizanlagen Strom produzieren. Gemeint sind Heizungen, die für 150 oder mehr Wohnungen Wärme liefern und künftig eben auch Elektrizität. Ersetzt man sie durch Wärmkraftkopplungsanlagen lässt sich ein weiteres Viertel der Atomkraft ersetzen. Deshalb schlägt die SP vor, dass Wärmekraftkopplung für grosse Heizungen ab 2025 obligatorisch wird. Auch Kehrichtverbrennungen, Abwasserreinigungen und andere Infrastruktur-Anlagen sollen konsequent zur Stromgewinnung genutzt werden.

Erneuerbare Energieformen
Und schliesslich ist die Handbremse bei den Erneuerbaren Energien zu lösen. Das heisst nicht, dass jede Jurakrete mit Windturbinen verstellt werden muss und auch die Erhöhung der Grimselstaumauer ist nicht nötig. Letztere ist energiepolitisch unbedeutend und verletzt den vom Volk beschlossenen Schutz der Moorlandschaften. Im Rahmen der heutigen Naturschutzgesetzgebung ist ein vernünftiger Ausbau von Wind- und Wasserkraft möglich und wünschbar. Die Kantone sollen aber die Zeit haben, die nötige Planung vorzunehmen und die geeigneten Standorte zu bestimmen. Auch Biomassenutzung und erhöhte Gebaüdestandards werden uns weiter bringen. Das ganz grosse Potential liegt aber bei der Photovoltaik. Das Bundesland Bayern deckt bereits heute fünf Prozent seines Strombedarfes mit Solarzellen. Bald sollen es zehn sein. Was die Bayern können, können wir in der Schweiz auch. Mit Photovoltaik ersetzen wir also das letzte Viertel des Schweizer Atomstroms und decken erst noch das prognostizierte Verbrauchswachstum. Wir machen es wie die Deutschen. Wir beziehen die Solarzellen gleichwertig in die Kostendeckende Einspeisevergütung ein. Deutschland hat seine Ziele im Bereich der erneuerbaren Energien klar übertroffen und so bereits 290’000 Arbeitsplätze geschaffen.

Die Wege für den Umstieg sind also bekannt. Die politischen Massnahmen, um sie zu beschreiten ebenfalls. Der Umstieg wird auch in der Schweiz viele Arbeitsplätze schaffen. Anstatt wenige Energiekonzerne werden viele KMUs, Landwirte oder Hausbesitzer profitieren. Die Energiezukunft ist erneuerbar. Eine andere gibt es nicht.