Humorvolles

Es ist nicht immer tierisch ernst in Bern. Mitglieder des Bundesparlamentes zeigen manchmal bemerkenswerten Humor. Hier ein paar Heiterkeiten im Bundesparlament, die ich mir im Laufe der Jahre notiert habe – und laufend notiere:

 

„Aus Sicht der Schweiz, äh aus Sicht der FDP….. Bitte entschuldigen sie den Versprecher, das war eine historische Remineszenz“ Beat Walti (Nationalrat FDP ZH), in der WAK am 4. April

„Das sagt mir mein Bauch und der ist gross genug.“ Felix Müri (Nationalrat SVP LU, dessen Bauch in der Tat nicht zu übersehen ist) am 15. März im Nationalrat


„Die Privaten Verlage können bei Annahme unseres Vorschlages auf eine konkurrenzfähige SVP äh SRG zählen.“   
Manfred Bühler Nationalrat SVP BE, mit einem Freudschen Versprecher  in der Debatte zum Service public vom 14. März 2017

„Auf Französisch gibt es das Wort Heiratsstrafe nicht. Das wäre ein Pleionasmus!“
Jean-Francois Rime am 14. Nov. 2016 zur Motion Bischof, welche die Abschaffung der Heiratsstrafe forderte.

 

Silvia Flückiger (SVP): „Ich habe noch schlechter geschlafen als Herr Ritter“ Darauf Prisca Birrer-Heimo: „Wieso weißt du das so genau?“
Diese Diskussion spielte sich am Rande der Wachstumsdebatte in der WAK ab. Ritter und Flückiger machten sich sorgen um die KMU seit der Aufhebung der Währungsuntergrenze für den Schweizer Franken.

 

„Die Frage stellt sich, warum der Bundesrat in der Interpellation ablehnend in der Motion aber zustimmend geantwortet hat. Nun es ist etwas passiert, das sie mir kaum glauben werden: Der Bundesrat ist in der Zwischenzeit gescheiter geworden.“
Bundesrat Ueli Maurer am 19.9.2016

 

„Das Tessin ist nicht das erste ‚Land’, welches das Burkaverbot eingeführt hat.
Ziemlich selbstbewusst, die Tessiner Nationalrätin Roberta Pantani der Lega 27.9.2016
Die WAK des Nationalrates behandelt im im August 2016 die lästige Telefonwerbung . Mehrere Votanten betonen, wie störend diese unerwünschten Anrufe sind und wie sehr sich die Konsumentinnen und Konsumenten darüber aufregen. Plötzlich läutet lautstark ein Telefon und alle lachen.

 

„In der Schweiz gibt es rund 800’000 Menschen mit Lese- und Schweibschräche – äh -Schreibschwäche“ Jacqueline Bardan beim Volesen ihres Votums zum Schutz vor Steuerfehleinschätzungen bei Illetrismus an einer Kommissionssitzung (Aug. 2016)

 

„Wir haben es hier mit einem typischen Schweizer Problem zu tun. Um nicht zu sagen Problemchen“.
Karl Vogler zur Motion ‚für eine sachgerechte Regulation des Höckerschwans’ (die er dann aber doch unterstützt).

„Ich lege hier meine Interessen offen. Ich bin im Vorstand des Vereins „Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere“. Franz Ruppen (SVP VS) Als Einleitung zu eben dieser Motion ‚für eine sachgerechte Regulation des Höckerschwans’

„Wie reden mit den Betroffenen.“
Bundesrätin Doris Leuthard zur Motion Niederberger betreffend Regulation des Höckerschwans

 

„Seit die Sozialisten und die Semi-Sozialisten die Wahlen verloren haben, hat sich eben etwas geändert in diesem Rat….“
Nationalrat Sebastian Frehner (SVP, BS) am 27.4. 2016 im Nationalrat, worauf Natonalrätin Barbara Schmid-Federer (CVP, ZH) in ihrem Gegenvotum erwiderte: „Das sei dem semi-bürgerlichen Kollege Frehner hier gesagt.

 

„Wenn man merkt, dass man auf einem toten Pferd reitet, sollte man besser absteigen.“
Bea Heim SP SO
27.4. 2016 im Nationalrat

Ich finde es auch attraktiv, wenn wir dafür sorgen, dass Simonetta Sommaruga quasi als Höhepunkt ihrer Karriere das institutionelle Rahmenabkommen mit der EU unterzeichnen kann. Nur müssen wir sie dann beten, noch zwanzig Jahre im Amt zu blieben.
Hans Stöckli an der Fraktionssitzung vom 19.11.2016

 

„Ich werde als Kommissionspräsident in Zukunft also nicht nur nicht nichts Neues sagen sondern gar nichts mehr.“
UREK-Präsident Stefan Müller-Altermatt als Reaktion auf Kritik an seiner Kommunikation.

 

„Natürlich entscheidet immer der Gesamtbundesrat und ich kann Ihnen nichts versprechen. Aber in der Regel kann ich mich durchsetzen.“ Die Bundesrätin Doris Leuthard, wie sie leibt und lebt, auf die Frage, ob sie für die versprochene Vorordnungsänderung wirklich durchbringen wird.

 

„Auf den Hinweis, dass ich im Namen meiner Fraktion spreche, kann ich verzichten. Das ist angesichts der Grösse meiner Delegation nicht nötig“.

Martin Landolt (NR und Präsident der BDP) in der WAK vom 19. Januar 2016, der dort seine Partei alleine vertritt.

 

„Natürlich entscheidet immer der Gesamtbundesrat und ich kann Ihnen nichts versprechen. Aber in der Regel kann ich mich durchsetzen.“

Die Bundesrätin Doris Leuthard (CVP), wie sie leibt und lebt, auf die Frage, ob sie die versprochene Verordnungsänderung wirklich durchbringen wird.

 

„Glauben Sie auch, dass die selbstfahrenden Fahrzeuge schon bald die Schweizer Strassen dominieren werden?“

Frage von Reto Brennwald, Moderator des Stromkongresses 2016

„Nein, die Männer fahren zu gerne Auto.“

Antwort von Doris Leuthard, Bundesrätin

 

„Ein gewisser Nationalrat Noser hat das damals bekämpft…“

Susanne Leutenegger Oberholzer, Nationalrätin (SP)

„Ich entschuldige mich dafür.“

Kommissionspräsident Ruedi Noser (FDP)

 

„Nur einzelne Quereinsteiger der CVP unterstützen diese Initiative.“

Dominique de Buman beschreibt so seinen Präsidenten, Gerhard Pfister, den konservativen Mitinitianten der Volksinitiative „Ja zum Schutz der Privatsphäre“

 

„Ein Land, das sich einen Nachmittag lang über Plüschvaginas aufregen kann, ist ein glückliches Land.“

Chantal Galladé (SP) fasst mit diesem Zitat als Kommissionssprecherin die Nationalratsdebatte zur eidg. Volksinitiative „Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule“ zusammen.

 

„Dieser Gesetzesentwurf löst bei mir wenig Begeisterung aus. Aber ich weiss, dass Begeisterung fakultativ ist.“

Nationalrat Louis Schelbert (Grüne) in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK)

 

„Das Wort hat der Bundesrat.“

Ruedi Lustenberger, Nationalratspräsident (CVP)

„Danke, Frau Präsidentin!“

Antwort der fälschlicherweise als Mann angesprochenen Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP)

 

„Mark Twain hat einmal gesagt, die deutschen Wörter seien so lang, dass sie eine perspektivische Wirkung hätten. Das macht es für Frankophone nicht unbedingt einfacher. Ich bin schon froh wenn ich es mit dem Präimplantationsgesetz zu tun habe und nicht mit dem Vorsorgegesetzrevisionsvorentwurf.“

Bundesrat Alain Berset vor dem SP-Parteitag zur Bedeutung der sprachlichen Vielfalt
Bei einer Debatte um Lärmstandards bei Motorradzulassungen stellt Jean-Francois Rime (SVP) eine Frage:

„Lieber Herr Nordmann, wollen Sie auch noch das Schnarchen regulieren?“

—- Antwort des Nationalrats Roger Nordmann (SP):

 

„Nein, Herr Rime, im Gegenteil, ich will den Schnarchern helfen, damit sie vom Töfflärm nicht mehr geweckt werden.“

„Bevor wir den Kapitalismus überwinden, sollten wir den Blocherismus überwinden.“

Alt-Botschafter Luzius Wasescha zu Nationalrat Cédric Wermuth (SP).

„Wir werden mit der SP immer in der Mehrheit sein, aber nicht sofort.“

dito
In einer Kommissionssitzung steht eine knappe Abstimmung an. Der Präsident bittet zur Abstimmung. Die eine Seite stellt fest, dass eine ihrer Stimmen fehlt, weil sie kurz auf die Toilette ging. Das könnte die Abstimmung entscheiden. Gemurmel im Saal. Ein Nationalrat hebt die Hand:

 

„Ich habe eine Frage.“

Der Präsident:

 

„Ja, bitte.“

Der Nationalrat:

 

„Ehm Ehm, ich habe eine Frage, ehm, ich verstehe nicht genau, ehm, warum jener Antrag zurückgezogen wurde.“

In diesem Moment kommt der Vermisste wieder in den Saal. Und er fügt an:

 

„Die Frage hat sich erledigt.“

Gelächter.

Christophe Darbellay (Präsident CVP) stellt im Nationalrat eine Frage an Dominique de Buman (CVP): „Finden Sie es gerecht, dass die Restaurants auf verkauften Produkten höhere Steuern bezahlen müssen als Take-away-Betriebe?“
– Antwort von de Buman: „Die Frage ist berechtigt, Herr Präsident. Die Antwort hätten Sie gestern an der Fraktionssitzung erfahren, wenn sie dort gewesen wären.“

Während der Debatte zur Pädophilen-Initiative nervt sich Andi Gross (SP) über die Äusserungen des Fraktionssprechers der BDP und sagt zu seinem Sitznachbar: „Eigentlich müsste jemand fragen, wer die Kinder vor der BDP schützt.“
Daniel Jositsch (SP): „Wollen wir wetten, dass ich das mache!“
Andi Gross: „Ich gebe dir 100 Franken, wenn du das machst.“
Jositsch rennt zum Mikrofon. „Ich habe eine Frage an den Referenten: Herr Landolt, ich gehe jetzt nicht so weit, Sie zu fragen, wer die Kinder eigentlich vor der BDP schützt. Ich frage Sie aber, ob sie gemerkt haben, dass all ihre Anliegen mit dem Gegenvorschlag erfüllt sind…“
Andi Gross gibt sich geschlagen und bezahlt CHF 100.- (im Nationalrat 18.9.2014)

NR Laurent Favre an die Verwaltung:
„Können Sie bestätigen, dass alle Wünsche der Kommission mit dieser Verordnungsrevision umgesetzt wurden?“
– Der Vertreter der Verwaltung:
„Ich kann bestätigen, dass die Anliegen der Kommission zu 100% erfüllt wurden.“
– NR Laurent Favre:
„Merci Monsieur, je suis touché“.

„Ich bitte die Fraktionssprecher kurze Voten abzugeben. Bitte, Frau Huber, Sie haben das Wort und sind sicher ein gutes Beispiel dafür.“
Maya Graf als Nationalratspräsidentin am 14. Dez 2012.

„Wie kommen Sie auf die Idee, dass die Armee einen schlechten Einfluss auf die Entwicklung der jungen Männer hätte. Ich habe nie so viele Bücher gelesen wie in den Pausen der RS. Die Armee hat mich zum Literaten gemacht.“
Sinngemäss NR Oscar Freysinger (SVP) in der Debatte zur Abschaffung der Wehrpflicht, nach einem Votum von Cédric Wehrmut

„Sind Sie sich im Klaren, dass der Wein im Wallis ein Grundnahrungsmittel ist?“
der Walliser NR Oscar Freysinger (SVP) in der Debatte über die Erhöhung der Förderbeiträge für Schweizer Wein.

„Es wurde behauptet, der Bundesrat sei eigentlich für die Volkswahl, er wage es aber nicht, das zu sagen. Ich kann ihnen versichern, meine Damen und Herren, der Bundesrat ist gegen die Volkswahl und er wagt es zu sagen.“
Bundesrätin Sommaruga in der Debatte zur SVP-Initiative für eine Volkswahl des Bundesrates

„Die SVP ist konsequent, bei der Landwirtschaft macht sie eine Ausnahme.“
Thomas Aeschi SVP, Nationalrat zum Budget 2013, bei dem die SVP Kürzungen forderte ausser bei der Landwirtschaft. Dort forderte sie Erhöhungen.

„Ich bitte Sie zum Schutz der Staatsangestellten weniger Vorstösse einzureichen. Denn auch die Staatsangestellten sind eine schützenswerte Gattung.“
Bundesrätin Leuthard am 4.6.2012 anlässlich der nationalrätlichen Debatte zum Geschäftsbericht des Bundesrates.

„Ich bitte Sie diesen Antrag abzulehnen. Er ist politisch motiviert. “
30.5.2012 Philipp Müller (FDP) auf einen Ordnungsantrag von Susanne Leutenegger-Oberholzer, als ob im Parlament nicht jeder Antrag politisch motiviert wäre.

„Als Fribourger habe ich eine Vorliebe für Moitié-Moitié, vor allem wenn es ums Fondue geht. Wenn sie aber in der Politik Moitié-Moitié machen, wie bei dieser Suchtvorlage, dann gibt das Käse.“
7.3.2012 Der Freiburger Bundesrat Alain Berset zum Suchtmittelgesetz

„Ich habe noch nie in meinem Leben vor einem so prominenten Publikum gesprochen. Es freut mich sehr.“
7.3.2012: Josias Gasser (GLP, GR) bei seiner ersten Ansprache als neu gewählter Nationalrat.

„Ich spreche ebenfalls gerne vor einem so prominenten Publikum. Noch mehr würde mich freuen, wenn dieses den Sprechern auch zuhören würde.“
Markus Hutter (FDP, ZH) als Reaktion auf das Votum von Gasser

„Der Antrag von Herrn Stamm ist nicht flüssig. Er ist überflüssig.“
Hilde Fässler am 5.3.2012

„Wer von Ihnen sieht denn heute noch so aus wie im 18. Lebensjahr, als Sie Ihren Führerschein erworben haben? – Nicht einmal ich sehe so aus wie damals!“
Bundesrätin Doris Leuthard am 19. Dezember 2011 mit einem Schmunzeln in der Debatte über die Befristung der Führerscheine

„Rischtigstellung“
Überschrift eines Papieres der Bundesverwaltung an alle Ratsmitglieder, das eigentlich einen Fehler korrigieren wollte. 28. September 2010

„Der Ständerat hat dieses Abkommen einstimmig RA-RAZIFIZIERT.“ – Gelächter – „Jetzt habe ich mich meinem Vorredner etwas angepasst.“
Moritz Leuenberger 22. September 2010 nachdem sein Vorredner Elmar Bigger (SVP) gesprochen hat, der mit sich mit Fremdwörtern und der hochdeutschen Sprache sichtlich schwer tat.

„Messieurs, Dames les membres de l’assemblée generale“
…anstatt fédérale. Mit seinem Versprecher verriet Bundesrat Hans Rudolf Merz bei seiner Abtrittsrede im Parlament vom 22. September 2010 noch in seiner letzten Sitzung, dass ihm die Wirtschaft näher stand als die Politik.

„Das schöne am Steuernzahlen ist, dass es nicht süchtig macht.“
Dito

„Wir sehen, dass Ihr System funktioniert, aber wir verstehen nicht warum.“
Der Sprecher einer Deutschen Bundestagsdelegation, nachdem er das Chaos im Nationalratsbetrieb beobachtet hatte.

„Nun müssen wir also Vogelscheuchen zulassen, um Kormorane zu erschrecken. Unklar ist mir allerdings, wen diese Vogelscheuchen darstellen sollen. Wenn ich hier auf der Sitzordnung Ihre Portraits anschaue, dann scheinen mir die zu wenig Schrecken erregend. Vielleicht sollte man eher Köpfe aus dem Bundesrat wählen.“
Bundesrat Leuenberger am 15. Juni 2010 zur Motion „Massnahmen zur Regulierung der Bestände fischfressender Vögel und zur Entschädigung von Schäden an der Berufsfischerei“.

„Vertrauen ist etwas vom Wichtigsten, was man einem Menschen schenken kann.“
Simonetta Sommaruga bei der Annahme ihrer Wahl zur Bundesrätin 22. September 2010

„Wer vertritt, was er glaubt, ist kein Verlierer…..“
Moritz Leuenberger bei seiner Abtrittsrede als Bundesrat vor dem Bundesparlament am 22. September 2010

Ja, liebe Kolleginnen und Kollegen von der bürgerlichen Seite, schütteln Sie nur die Köpfe. Ein jeder macht mit seinem Kopf, was er kann.
Bundesrat Moritz Leuenberger an einem seiner letzten Auftritte im Parlament als Bundesrat

„Ich freue mich auf die Schlagzeile, die sagt, dass jetzt das geistige Eigentum der Schweiz in sozialdemokratischen Händen ist. …..Applaus….Das übrige Eigentum ist ja eher auf der anderen Seite.“
Die frisch gewählte Bundesrätin Simonetta Sommaruga am Tag vor ihrem Amtsantritt, als Anspielung auf die Tatsache, dass das Patentrecht im Departement für Justiz und Polizei ist, welches sie übernimmt.