eco.naturkongress 2017: Wasserschloss Schweiz in Gefahr?

Begrüssungsrede eco.naturkongress 2017

Mehr als 1500 Gewässer zeichnen den Wasserreichtum der Schweiz aus. Viele wichtige Flüsse entspringen bei uns. Mit dem Rheinfall und dem Genfersee ist unser Land Heimat des grössten Wasserfalls und des grössten Süsswasserspeichers Europas. Zudem beherbergen wir viele der wichtigsten Stauseen im Alpenraum. Nicht von ungefähr gilt die Schweiz deshalb als Wasserschloss Europas. Doch dieser Reichtum schmilzt. Prognosen des Klimawandels deuten darauf hin, dass während des Sommerhalbjahres künftig weniger Niederschläge fallen werden, während die Winter nasser ausfallen. Das bedeutet eine Verschiebung der Abflussmengen und damit auch die Aussicht auf vermehrte Hochwasserrisiken und Trockenstress. Die grosse Nutzung und Verschmutzung unserer Gewässer, beispielsweise mit Mikroplastik und Medikamentenrückständen, sorgen nach wie vor für einen Rückgang der Artenvielfalt und Schäden an unseren empfindlichen aquatischen Ökosystemen. Der Reichtum des Wasserschlosses Schweiz ist uns somit keineswegs auf ewig garantiert, wir müssen dazu Sorge tragen. Noch gravierender sind die Auswirkungen unseres Lebensstils auf den Wasserhaushalt anderswo. Besonders durch den Import von Nahrungsmitteln und Textilien aus nicht nachhaltigen Quellen verursachen wir einen enormen Druck auf die Wasserressourcen rund um den Globus. Wie eine Studie von DEZA und WWF aufzeigt, entfallen 82 Prozent des Schweizer Wasserverbrauchs-Fussabdrucks auf das Ausland. Grund genug also, dem Thema Wasser einen grossen Kongress zu widmen, besucht von hochkarätigen Gästen aus Umweltorganisationen, Unternehmen, Politik und Verwaltung. Das war der eco.naturkongress 2017 am 31. März im Theater Basel.

Zufrieden darf ich als Präsident von eco.ch auf den eco.naturkongress 2017 in Basel zurückblicken. Inmitten spannender Referate, kontroverser Diskussionen und lehrreichen Workshops war eine Stimmung der Kooperation, des Aufbruchs, der Innovation zu spüren. Ich freue mich jedenfalls bereits auf den eco.naturkongress 2018.

Impressionen folgen.