Die Energiestrategie 2050 ist nicht revolutionär, aber vernünftig

Die drei Säulen der Energiestrategie 2050. Quelle: UVEK (https://www.uvek.admin.ch)

Das Geld bleibt hier, das Gewerbe profitiert, die Haushalte werden auf lange Sicht entlastet und die Umweltrisiken werden kleiner. Es gibt viele Gründe der Energiestrategie zuzustimmen.
Die Energiestrategie wird die Abhängigkeit der Schweiz von Energieimporten Schritt für Schritt senken. Statt jedes Jahr rund 10 Milliarden Franken für Erdöl-, Erdgas- oder Uranimporte in Länder wie Russland, Saudi-Arabien oder Niger zu schicken, sollte die Schweiz auf einheimische erneuerbare Quellen setzen und bei neuen Geräten, Fahrzeugen und Gebäuden die Energieverschwendung vermeiden.

Zu diesem Zweck setzt die Energiestrategie im Wesentlichen auf drei bewährte Instrumente. Erstens wird das Gebäudesanierungsprogramm weitergeführt und ausgebaut. Es hat dazu beigetragen den Schweizer Brennstoffverbrauch um rund einen Viertel zu senken. Die durchschnittlichen Energiekosten der Haushalte wurden so um mehrere Hundert Franken jährlich entlastet. Bei einem Ja wird das Programm mit Steuerabzügen ergänzt und somit noch wirksamer. Bei einem Nein würde es 2019 auslaufen, obwohl es ein Erfolg war.

Als Zweites wird der Bau von neuen Solar-, Biomasse-, Wasser- und Windkraftanlagen erleichtert werden. Zu diesem Zweck soll der Fonds für erneuerbare Stromproduktion aufgestockt werden. Dank diesem konnten bis heute erneuerbare Anlagen gebaut werden, die gleich viel Strom produzieren wie ein Atomkraftwerk. Bei einem Ja wird der Strompreis um rund vier Prozent erhöht, damit schon in den nächsten 10 Jahren nochmal rund zwei Atomkraftwerke durch echten Schweizer Strom ersetzt werden können.

Der schrittweise Umstieg von Atom- auf erneuerbaren Strom ist der einzig richtige. Denn die uralten Atomkraftwerke werden aus Alters- und Sicherheitsgründen nach und nach abgestellt werden. Weil Atomstrom inzwischen teurer als Sonnenstrom ist, wird niemand in der Schweiz neue AKW bauen. Gaskraftwerke sind wegen dem Klimaschutz keine Option und einfach auf erhöhte Stromimporte zu setzen wäre ebenfalls dumm. Denn dann entstehen die Arbeitsplätze in dieser zukunftsträchtigen Branche im Ausland statt bei uns.

Als Drittes werden die Auflagen an Autoimporteure verschärft. So wird der CO2-Ausstoss der importierten Fahrzeugflotte um rund 30% sinken. Das entlastet einen Haushalt mit Auto um rund 400 Franken pro Jahr. Auch dieses Gesetz haben wir schon, wir entwickeln es lediglich im Gleichschritt mit der EU weiter.

Die peinliche Stromlücken- und Hochkosten-Angstmacherei der SVP ist schon seit vierzig Jahren falsch. Sie wird sowohl von den Experten als auch von den Praktikern widerlegt.

Dieser Text wurde bereits im eSPress am 9.5.2017 und in der Tageswoche am 8.5.17 veröffentlicht.